Südtiroler Brauchtum: Der Krampus geht um

Anfang Dezember wird es gruselig: neben dem Nikolaus ist in vielen Orten Südtirols auch der Krampus unterwegs. Als Gegenspieler des heiligen St. Nikolaus erschreckt und bestraft er die unartigen Kinder.

Der Krampus ist in Süddeutschland, Teilen Österreichs, in Südtirol und im Trentino verbreitet. Sein Name leitet sich von „Krampen“, dem mittelhochdeutschen Wort für Kralle ab, in manchen Orten wird er auch als „Tuifl“ bezeichnet – wer einmal einen gesehen hat, weiss sicher, warum! Der Krampus sieht furchterregend aus: mit langem, zotteligem Fell, riesigen Hörnern und einer schrecklichen Maske ist er als Mensch nicht mehr auszumachen. Er trägt große Glocken und Schellen, hat einen Kuh- oder Pferdeschweif und auf dem Rücken einen Sack oder eine Kraxe, in denen er die unartigen Kinder im schlimmsten Fall sogar mitnimmt.

Im Gegensatz zum (nord-)deutschen Knecht Ruprecht als „bösem“ Begleiter tritt der Krampus meist in Gruppen auf. Daraus hat sich die Tradition des Krampuslaufes entwickelt – eine Gruppe von Krampussen – an manchen Orten Hunderte oder Tausende – zieht lärmend durch einen Ort, erschreckt die Zuschauer und wird ihrerseits von Kindern „getratzt“. Obwohl der Krampus eigentlich mit St. Nikolaus unterwegs sein müsste, finden viele Krampusläufe an den umliegenden Tagen statt. In Südtirol ist der bekannteste und größte Krampuslauf der in Toblach, der in 2017 am 9.Dezember ab 18:00 Uhr stattfindet.

Für alle zartbesaiteten und Kinder gibt es übrigens stets eine "Krampus-freie" Zone!

Habt ihr schonmal an einem Krampus-Lauf teilgenommen? Welcher ist der schönste?

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